Lernen Sie den Wissenschaftler Ramit Kalia kennen. Ein lächelnder Mann mit Bart und Brille in einem kreisförmigen Display vor einem Hintergrund mit Männern, die auf ein Röntgenbild zeigen.

Lernen Sie den Wissenschaftler Ramit Kalia kennen

Ramit Kalia, Principal Scientist, über den Aha-Moment seiner Karriere

Seien wir ehrlich, manchmal sind wir selbst eines der größten Hindernisse, die unseren Zielen im Wege stehen. Das „Hochstapler-Syndrom“, ein heute beliebtes Modewort, bezeichnet einfach jemandes Unfähigkeit dafür, zu fühlen, dass er oder sie eine Leistung verdient hat, und kann der beruflichen Laufbahn erheblich schaden. Wir hören diesen Begriff so oft, aber uns wird nicht oft beigebracht, wie wir ihn überwinden können. Ramit Kalia, Leitender Wissenschaftler für Mundpflege, berichtet, wie er auf seinem Weg durch die Forschung und Entwicklung bei Johnson & Johnson Consumer Health die wichtigste Lektion gelernt hat: sich selbst zu vertrauen.

Erzählen Sie uns ein wenig über Ihre derzeitige Rolle.

Aktuell arbeite ich in der Forschung und Entwicklung – oder F&E – für Mundpflegeprodukte mit Schwerpunkt auf der Marke Listerine®, d. h. ich unterstütze Innovationsprojekte, Lebenszyklusmanagement, Vermarktung und Scale-up. An jedem Tag kann es vorkommen, dass ich an einer neuen Formulierung arbeiten muss, Beiträge zu einem Studiendesign leisten muss, das eine Aussage für ein neues Produkt stützt, oder dass ich zu einer Produktionsstätte fahre, um eine F&E-Charge zu beobachten. Man kann mich auch im Labor antreffen, wo ich eine Stabilitätsstudie durchführe. Meine Tage sehen nie gleich aus, und das ist eines der Dinge, die ich an meiner Rolle liebe. Es gibt immer eine Möglichkeit für mich, mich weiterzuentwickeln und meine Fähigkeiten in mehr als einem Bereich einzusetzen.

Waren Ihre Aufgaben schon immer so vielfältig wie derzeit?

Nicht ganz, obwohl ich das Gefühl habe, dass meine derzeitige Rolle eine Mischung aus all den Fähigkeiten ist, die ich im Laufe der Jahre erworben habe.

Ich habe als Auftragnehmer im Raw Material Center (RMC) von Johnson & Johnson Consumer Health angefangen und dort am Rohstoffänderungsmanagement gearbeitet. Bei dieser Arbeit habe ich viel darüber gelernt, wie Produkte hergestellt und verkauft werden, und das ist meiner Meinung nach ein entscheidender Faktor, um hier erfolgreich zu sein. Es war auch eine interessante Gelegenheit, unser umfangreiches Portfolio kennenzulernen, weil meine Arbeit nicht auf eine einzelne Marke, ein Produkt oder ein Franchise beschränkt war. Nach einigen Jahren bin ich in die Technologietransfergruppe gewechselt, die sich mit der Prozessentwicklung und dem Scale-up befasst, wodurch ich einen umfassenden Einblick in die Entwicklung eines neuen Produkts und seine Einführung beim Verbraucher erhalten habe. Von dort aus konnte ich in viele verschiedene Bereiche des Unternehmens hineinschnuppern, was mir geholfen hat, die Fähigkeiten zu entwickeln, die ich heute oft in der Praxis einsetze.

Erzählen Sie uns von Ihrem „Aha“-Moment in der Forschung und Entwicklung.

Meine größte Lernerfahrung – oder mein Aha-Moment – passierte in mir selbst. Ich habe gelernt, selbstbewusster zu werden, indem ich mir selbst vertraue und aus Fehlern lerne, das erworbene Wissen nutze und auf meine Fähigkeiten vertraue.

Aufgrund der Vielfalt meiner heutigen Aufgaben habe ich mehr Berührungspunkte und kann mehr lernen als in meinen früheren Positionen, in denen ich vielleicht nicht die Gelegenheit dazu hatte. Aber mein heutiger Erfolg wäre nicht möglich, wenn ich nicht auf meine eigene Fähigkeit zur Umsetzung vertrauen würde.

Haben Sie einen Rat für junge Talente, die vielleicht an ihren eigenen Fähigkeiten zweifeln?

Zunächst möchte ich sagen, dass einem nichts über den Kopf hinaus geht. Aber ich habe ein paar konkrete Ratschläge, die hilfreich sein könnten:

  1. Stellen Sie immer Fragen.Dies mag offensichtlich erscheinen, es ist aber in mehrfacher Hinsicht wichtig. Zum einen zeigen gezielte Fragen, dass Sie engagiert und interessiert sind. Zweitens hilft es Ihnen, einen ganzheitlichen Überblick über Ihre Arbeit und deren Einordnung in das Gesamtbild zu erhalten und Hintergrundwissen zu erwerben. Und schließlich lernen Sie dabei, sich außerhalb Ihrer Komfortzone wohlzufühlen. Sich selbst zu präsentieren ist wie jede andere Fähigkeit, die man erlernt – wenn man es oft genug tut, wird es zur zweiten Natur. Gehen Sie nach dem Motto vor: „Ich lerne etwas Neues, und wenn es nicht gleich perfekt klappt, ist das in Ordnung.“
  2. Bauen Sie Ihre Grundlagen auf.Man baut doch ein Haus von Grund auf. Genauso muss man eine gute Grundlage für sich selbst schaffen. Diese Grundlage aufzubauen, wird auch dazu beitragen, Ihr Selbstvertrauen für die anspruchsvolleren Aufgaben in der Zukunft zu stärken. Wenn Sie das einmal beherrschen, haben Sie freie Hand, um neue Dinge auszuprobieren und sich wirklich in sie zu vertiefen und Ihren Werkzeugkasten um weitere Fähigkeiten zu erweitern.
  3. Ruhe bewahren ist der Schlüssel.Dies gilt sowohl für unser Privat- als auch für unser Berufsleben. Ich versuche, ruhig, klar und deutlich zu kommunizieren und mich bewusst darum zu bemühen, einen klaren Kopf zu bewahren. Das ist besonders wichtig, wenn etwas schiefgeht, weil – Achtung Spoiler – IMMER etwas schiefgehen wird. Ich finde es wichtig, dass man nicht emotional agiert oder reagiert, sondern den Vorfall objektiv betrachtet.

All das hat mir geholfen, mein Selbstvertrauen in mein Leben und meine Rolle zu stärken und mir letztlich zuzutrauen, mich als Wissenschaftler und Mensch weiterzuentwickeln.